Porten- und Auditoriumsgebäude mit Tiefgarage

GDA20_HO_NOMINEE_RGB.png

Nomination
Kategorie Excellent Architecture - Interior Architecture

Download.jpg

Nomination für den Deutschen Lichtdesignpreis 2019

Empfangs- und Auditoriumsgebäude mit Tiefgarage (2013-2018)
Bauherr: F. Hoffmann-La Roche AG
Architekten: Nissen Wentzlaff Architekten BSA SIA AG, Basel
Generalplanung/Bauleitung:
Itten+Brechbühl AG, Basel

Kennzahlen Empfangsgebäude Bau 211
Aussenabmessungen: 52.5 m x 25.8 m
Gesamthöhe: 11 m
Geschossfläche SIA 416: 4'456 m2
Gebäudevolumen SIA 416: 20'782 m2
Anzahl Geschosse: 4

Auditoriumsgebäude Bau 218
Aussenabmessungen: 41.30 m x 42.90 m
Gesamthöhe: 19 m
Geschossfläche SIA 416: 5'506 m2
Gebäudevolumen SIA 416: 38'819 m2
Anzahl Geschosse: 6

Tiefgarage Bau 298
Anzahl Parkplätze: 672
Aussenabmessungen: 96.90 m x 127.90 m
Gesamthöhe: 7.70 m
Geschossfläche SIA 416: 19'847 m2
Anzahl Geschosse: 2

 

B.211 Porte, B.218 Auditorium und B.298 Parking

 

Raumsituation

Das Portengebäude besteht aus zwei Untergeschossen, einem Erdgeschoss und einem Obergeschoss. In den zwei Untergeschossen sind Technik- und Lagerräume sowie Garderoben untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich die grosse Empfangshalle mit Wartezonen, Toiletten, ein Roche-Shop sowie diverse Büroräume. Das Obergeschoss wird als Fitnessstudio mit Garderoben und Kursräumen genutzt.

Das Gebäude des Auditoriums befindet sich südwestlich des Portengebäudes. Es besteht aus zwei Untergeschossen, einem Erdgeschoss und zwei Obergeschossen mit zusätzlichem Zwischengeschoss. Die Räume der Untergeschosse werden hauptsächlich als Lager und Garderoben genutzt. Im Erdgeschoss sind neben der Versammlungsfläche mit temporären Buffets zwei Auditorien, Toiletten, Garderoben, Büros und Lager vorgesehen.

Das erste Obergeschoss wird hauptsächlich von einem grossen Auditorium für 450 Personen sowie einer Versammlungsfläche mit temporären Buffets genutzt. Die restliche Fläche besteht aus Toiletten, Lager- und Technikräumen. Im zweiten Obergeschoss sind neben Sitzungszimmer, Ausstellungsfläche und Gastronomie auch Toiletten, Garderobe, Lager- und Technikräume angeordnet. Das Zwischengeschoss dient ausschliesslich der Technik.

Die Materialisierung beider Gebäude ist zurückhaltend gewählt, konzentriert sich an den Fassaden auf Flächen in Sichtbeton mit Weisszuschlag und vollverglaster Pfosten-Riegel-Fassade mit 3-fach Isolierverglasung und Profilen aus Baubronze oder eloxiertem Aluminium. Im Innern dominieren auf dem Boden die Materialien Terrazzo oder Parkett; an den Wänden, Sichtbeton und Holzverkleidungen und an den Decken, fugenlose Heiz-Kühl-Akustikdecken, Sichtbeton oder offene Holzstrukturen in den Auditorien.

Auf zwei Untergeschossen befindet sich eine Autoeinstellhalle mit  686 Parkplätzen für Besucher und Mitarbeiter. Der zentrale Park für das Roche Areal in Kaiseraugst ist über demn Parking errichtet und bildet einen attraktiven Aussenraum.

Die Autoeinstellhalle besteht aus zwei unterirdischen Geschossen. Die Ein- und Ausfahrt erfolgt über eine Rampe östlich des Portengebäudes. Auf der Südost- und Nordwestseite ist jeweils eine Fluchttreppe angeordnet. Auf der Decke über dem 1.UG befindet sich eine Parkanlage mit Wegen, Wiesen und Wäldern.

Lichtkonzept

Die hochwertige Beleuchtung der Porte und des Auditoriums, bestehend aus LED-Glashalbeinbauleuchten, verbindet beide Gebäude visuell. Die transparenten brillanten Leuchten wirken auch bei Tageslicht edel und kostbar und sind in ihrer Form schlicht und zurückhaltend, wodurch sie zeitlos und wertbeständig sind. Sie unterstreichen in ihrer hochwertigen Erscheinung die Wichtigkeit der Gebäude und erfüllen gleichzeitig die Anforderung einer gleichmässigen Grundbeleuchtung.

Mit dem schlichten Beleuchtungskonzept wird die transparente Erscheinung und zurückhaltende Materialisierung sämtlicher Räumlichkeiten unterstrichen. Die transparente, gläserne Leuchte, die sich in ihrer Anordnung in die Struktur der Gebäude einfügt, wird Teil des Raumes und ist doch als eigenständiges Objekt wahrnehmbar. Für die architektonische Grundbeleuchtung sind alle Räume fassadenseitig gleichwertig behandelt.

Der Helligkeitseindruck eines Raumes wird bestimmt durch die Wahrnehmung seiner Oberflächen, also seiner Leuchtdichten. Dadurch, dass die Eingangshalle der Porte einen starken Bezug zum Tageslicht hat, ist es beim Durchqueren der Porte wichtig, dass das Rauminnere eine ähnlich gute Lichtqualität aufweist wie der Aussenraum. Um das Helligkeitsniveau in der Raummitte anzuheben, sind die Leuchten in der Raummitte der Eingangshalle verdichtet.

Genauso hochwertig wie die Beleuchtung in den Obergeschossen ist auch die Beleuchtung für den Eingangsbereich im 1.und 2.Untergeschoss der Porte konzipiert. Die transparente gläserne Leuchte unterstreicht in ihrer hochwertigen Erscheinung die Wichtigkeit der Eingangsbereiche und erfüllt gleichzeitig die Anforderung einer gleichmässigen Grundbeleuchtung.

Um ein gleichmässiges hochwertiges Erscheinungsbild zu erreichen sind im Treppenhaus ebenfalls Glaseinbauleuchten vorgesehen. In den Handlauf der Haupttreppe des Portengebäudes befindet sich ein LED-Lichtband, das für eine gleichmässige Stufenausleuchtung sorgt. Die grosse repräsentative Wendeltreppe des Auditoriums ist mit einer sich im äusseren Handlauf befindenden asymmetrisch strahlenden Led-Lichtlinie beleuchtet.

Im Welcome Coffee sind zusätzlich zur Grundbeleuchtung schwenkbare Downlights gesetzt, die es ermöglichen, die Wand hinter der Theke zu beleuchten. In die Theke ist ebenfalls ein leistungsstarkes LED-Lichtband zur Arbeitsplatzbeleuchtung integriert. LED-Lichtbänder in den Regalen sorgen auch im Roche Shop für eine gleichmässige Ausleuchtung der Tablare.

Für die normative Büroarbeitsplatzbeleuchtung im Bürobereich des Portengebäudes wird die Grundbeleuchtung mit einer zusätzlichen Tischbeleuchtung ergänzt. Das gesamte 1.Obergeschoss des Portengebäudes wird für Fit@Roche genutzt.

Um eine einheitliche äussere Erscheinung des Portengebäudes zu erreichen, ist das Beleuchtungskonzept der Eingangshalle im gesamten Bereich Fit@Roche und in den Garderoben adaptiert. In den Räumen Massage/Physio, Teeküche und Gesundheitscheck, dient ebenfalls die Glasleuchte zur Grundbeleuchtung. Im Liegeraum ist zusätzlich eine Stehleuchte für atmosphärisches Licht vorgesehen.

In den repräsentativen WCs der oberen Geschosse und in den Korridoren zu den WCs befinden sich kleinere Deckeneinbauleuchten aus Glas. Über den Spiegeln gibt es je eine lineare Aufbauleuchte in der Deckenaussparung.

Die Garderoben und WC in den Untergeschossen und die Tavero Offices sind mit LED-Einbaudownlights ausgestattet. In den Regie- und Dolmetscherräumen sind Einbaustrahlern gesetzt, die durch ihre Schwenkbarkeit vom Nutzer gerichtet werden können.

Die präzise warme Lichtstimmung des grossen Auditoriums undder beiden kleineren Auditorien mit ihren hölzern ausgeführten Oberflächen, unterstreicht die Materialität des Raumes und bringt diese zur Geltung. Da die Säle sehr unterschiedlich und flexibel bespielt werden, ist eine vielseitig nutzbare Grundbeleuchtung realisiert worden, die den gesamten Raum jeweils gleichmässig, blendfrei und brillant ausleuchtet. Die engstrahlende lineare LED-Leuchte, die in regelmässigen Linien gesetzt, in den Rost der Holzkonstruktion integriert ist, tritt in ihrer Erscheinung zurück und ist nur dezent wahrnehmbar. Zusätzlich zur Grundbeleuchtung gibt es die Anforderung für ein Zuschauerlicht. Damit das Publikum ebenfalls von der Kamera erfasst werden kann, gibt es eine Ausleuchtung, die dazu dient, das Publikum zu beleuchten. In den Linien der Grundbeleuchtung befindet sich eine weitere lineare LED-Leuchte, die 25° in Richtung Publikum geneigt ist.

Um dem grossen Auditorium einen zusätzlichen festlichen Charakter verleihen zu können, werden die hochwertigen Bronzepaneele der Decke mittels einer Stableuchte angeleuchtet, an der je ein bis zwei LED-Bronzeschalen befestigt sind.

Um eine maximale Sichtbarkeit des Lichtes im Parking zu gewährleisten, sind die Fahrwege hell und die Parkflächen dunkel gehalten. Die LED-Feuchtraumleuchten sind an Montageprofilen montiert, die teilweise angebaut und teilweise gependelt sind, so ergibt sich eine gleichmässige Lichtpunkthöhe für die gesamte Fläche. Bei unter 2W/qm Anschlussleistung und 75 Lux Beleuchtungsstärke ist die Einstellhalle sehr effizient und wirtschaftlich.